Produktionsstraße am Standort im Bau

Kohlendioxid – ein neuer Rohstoff

Kohlendioxid: In riesigen Mengen entweicht es aus Autos, Fabriken und Kraftwerken. Aber CO2 ist nicht nur ein klimaschädliches Abgas – es lässt sich auch als Rohstoff nutzen. Covestro hat ein Verfahren entwickelt, um damit hochwertige Kunststoffe herzustellen. Dafür errichtet das Unternehmen in Dormagen eine Produktionsstraße, die 2016 in Betrieb gehen soll.
Bekanntes Material, neue Zutat: Polyurethan-Schaumstoff lässt sich jetzt auch mit CO₂ herstellen.
Mit Hilfe von CO2 lässt sich seit kurzem eine neue Art von sogenannten Polyolen herstellen. Das sind Chemiebausteine, die man wiederum zur Produktion von Polyurethan braucht – einem hochwertigen Schaumstoff, der in vielen Alltagsdingen wie Polstermöbeln, Sportartikeln und Autoteilen verwendet wird.

Normalerweise basieren Polyole und Polyurethane komplett auf Erdöl. Nun wird jedoch ein Teil des knappen Öls durch CO2 ersetzt, das ebenfalls das Element Kohlenstoff enthält. Damit unterstützt das neue Verfahren einen Wandel der Rohstoffbasis und leistet einen Beitrag zur Nachhaltigkeit.

Möglich wurde die Technologie erst, weil Covestro-Forscher einen geeigneten Katalysator fanden und zusammen mit dem CAT Catalytic Center in Aachen weiterentwickelten. Er erlaubt es, das reaktionsträge CO2 auf effiziente Weise zur Reaktion zu bringen. Intensive Tests ergaben: Polyole und Polyurethane mit CO2-Anteil haben mindestens die gleiche hohe Qualität wie solche aus konventionellen Rohstoffen.
Investitionen von 15 Millionen Euro

Covestro hat sich daher entschlossen, in die kommerzielle Nutzung einzusteigen. Am Standort Dormagen wird im Rahmen des Projekts Dream Production eine Produktionsstraße für CO2-basierte Polyole mit einer Kapazität von 5.000 Tonnen pro Jahr errichtet. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf rund 15 Millionen Euro.

Das Genehmigungsverfahren lief gemäß Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) unter Beteiligung der Öffentlichkeit. Covestro und Currenta als Betreiber des Chemieparks Dormagen legten dabei Wert auf größtmögliche Transparenz und informierten über die gesetzlich vorgesehenen Pflichten hinaus aktiv und aktuell über das Projekt.

Seit 2015 läuft nun der Bau. Zuletzt wurde im Mai das Herzstück der Anlage verbaut – ein auf das neue Verfahren zugeschnittener Reaktor. „Wenn alles weiter so glatt läuft, können wir wie geplant 2016 den Betrieb starten“, erklärt Projektleiter Dr. Karsten Malsch. Das neue Polyol ist zunächst zur Herstellung von Weichschaum für Matratzen gedacht.

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