Für die schönen Dinge im Leben

Die Traumfabrik

Wer mit dem Auto zu Covestro in Dormagen fährt, kann den Werkseingang leicht verpassen. Besucher, die zum ersten Mal hierherkommen, werden von den Hafenanlagen und der Flusslandschaft neben der Straße geradezu magisch angezogen. Denn das Werk Dormagen liegt direkt am Rhein im industriellen Herzen Westdeutschlands.
Ein Blick zu viel auf diese eindrucksvolle Kulisse, und der Fahrer verpasst die Abbiegespur zum Besuchereingang. Auch einigen der rund 1.300 Mitarbeiter ist das schon passiert.

Auf dem Werksgelände angekommen, überqueren viele von ihnen täglich noch eine Brücke über die Eisenbahnstrecke, die das Areal durchschneidet. Zu beiden Seiten gehen die Mitarbeiter auf einer Fläche von 24 Hektar jeden Tag ihren Aufgaben nach – in Produktion, Forschung und Entwicklung.

Ein Schwerpunkt am Standort liegt auf der Herstellung des Rohstoffs Toluylen-Diisocyanat (TDI), der für Polyurethan-Weichschaum benötigt wird. Die hochmoderne TDI-Großanlage hat eine Produktionskapazität von 300.000 Tonnen pro Jahr. Dank einer vom Unternehmen entwickelten innovativen Technologie stellt sie einen neuen Meilenstein in Sachen Effizienz und Umweltverträglichkeit.

Eine bestimmte Polyurethan-Dispersion wird in kleinsten Mengen für Anwendungen im Kosmetikbereich verwendet, zum Beispiel in Haut- und Haarpflegeprodukten. Früher hätte man sich kaum vorstellen können, dass Stoffe dieser Art einmal zu den wichtigsten Aktivitäten in Dormagen gehören würden. Den Anfang bildete nämlich die Herstellung von Schwefel- und Pikrinsäure, die der Bayer-Konzern 1917 produzierte, im „Bayerwerk Dormagen“, wie es damals hieß.

Start in den goldenen Zwanziger

1926 brachte Bayer dann eine Kupferseide auf den Markt, wodurch die Kosten zur Herstellung von Seidenstrümpfen sanken. Dank dieser Innovationen wurden Strumpfhosen für jeden erschwinglich. Später war das Unternehmen auch mit der Herstellung verschiedener Kunstfasern sehr erfolgreich. Nach und nach kristallisierte sich heraus, dass der Standort Dormagen zumindest teilweise den schönen Dingen im Leben gewidmet sein sollte: um zum Beispiel Frauen zu mehr Volumen in der Frisur und weicherer Haut zu verhelfen. 2015 wurde das Kunststoffgeschäft in das eigenständige Unternehmen Covestro überführt.

Nur wenige Gebäude weiter stehen völlig andere Materialien im Mittelpunkt. Die Mitarbeiter im Betrieb von Specialty Films beschäftigen sich mit superdünnen Folien, die mehrere Funktionen gleichzeitig erfüllen können. Sie werden unter anderem für Ausweise und Führerscheine gebraucht. Daneben erforscht man am Covestro-Standort in Dormagen noch viele andere mögliche Anwendungen.

Ein warmes Domizil für gefiederte Freunde


Aber der Standort hat erheblich mehr zu bieten als nur wichtige Industrieanlagen. Wer sich mehr für Tiere als für die Chemie begeistern kann, den ziehen eher ein paar besondere Bewohner im Chemiepark in den Bann: hoch über dem Boden nisten Wanderfalken. Zum Glück in sicherem Abstand zu den Mitarbeitern – denn wenn es um den Schutz ihrer Jungen geht, können sich die Raubvögel spürbar Respekt verschaffen. Die Falken brüten hier jedes Frühjahr, angelockt von der angenehmen Wärme, die die Rohre abstrahlen.

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