Fragen und Antworten

Warum wurde die Trasse rechtsrheinisch verlegt?
Fremde Leitungen auf dem eigenen Grund und Boden hat niemand gern – sie lassen sich jedoch nicht immer vermeiden. Unter Federführung der Bezirksregierung wurde nach Abwägung aller Interessen die beste Trassenführung gefunden. Dabei orientierte man sich an vorhandenen Infrastruktur-Trassen wie Schiene und Autobahn. Auf der rechten Rheinseite liegen bereits in verschiedenen Trassen zahlreiche Leitungen. Außerdem gibt es Synergieeffekte: Die Firma WINGAS verlegt auf knapp der Hälfte der gesamten Strecke der CO-Leitung eine Erdgas-Pipeline. Durch den gemeinsamen Bau wird die Umwelt geschont und insgesamt weniger Fläche benötigt.

Sind Wohngebiete betroffen?
Die Pipeline verläuft so weit wie möglich entlang bereits bestehender Infrastruktur-Trassen wie Schiene und Autobahnen. Das ist aber nicht in jedem Fall möglich. So sind auch Wohngebiete durch den Trassenverlauf berührt. Als der Trassenverlauf feststand, wurden die Grundstückseigentümer persönlich angesprochen (Mitte 2005). Mit Beginn der Bauarbeiten hat Covestro zusätzlich die Anwohner mit Briefen und Broschüren informiert, eine Website und eine Telefon-Hotline eingerichtet.

Wieso kam es zu Planungsänderungen?
Bei einem komplexen Infrastrukturprojekt sind Planungsanpassungen in der Regel nicht vermeidbar. Die Änderungen hatten sich größtenteils erst während der Bauarbeiten ergeben. Der Hauptteil der beantragten Änderungen bezieht sich auf Trassenverschiebungen um wenige Meter. So mussten die Bauunternehmen die Lage vorgefundener Strom-, Wasser-, Gas- oder Ölleitungen berücksichtigen oder anderen unerwarteten Hindernissen im Erdreich ausweichen und daraufhin den tatsächlichen Verlauf der CO-Pipeline anpassen. Auch ökologische Aspekte wie der Schutz von Baumbeständen führten zu Änderungen. Trotz vorheriger Auswertung aller vorhandenen Pläne war deren exakte Lage nicht immer bekannt. Es ist üblich, diese kleinräumigen Abweichungen nachträglich in einem Antrag zusammenzufassen.

Wie sicher ist die CO-Leitung?
Pipelines sind das sicherste und ökologischste Transportmittel für die meisten flüssigen und gasförmigen Stoffe. Weltweit wird Kohlenmonoxid sicher über Pipelines transportiert. Wir verwenden beim Bau der Versorgungsleitung Materialien und Konzepte, die über bestehende Sicherheitsstandards hinausgehen. So sind die Wände der mit Kunststoff ummantelten Stahlrohre besonders dick und trotzdem verformbar. Dies schützt die Rohre unter anderem bei Erschütterungen und Erdbeben. Die Rohre liegen in einer Tiefe von 1,40 Metern, teilweise sogar deutlich tiefer. Gesetzlich vorgegeben ist nur 1,00 Meter. Die Pipeline wird mit einem Druck von maximal 13,5 bar betrieben, konstruiert ist sie sogar für 100 bar.

Wie wird die Pipeline überwacht?

Die ständige Kontrolle basiert hauptsächlich auf folgenden Systemen: Der Druck der Pipeline wird kontinuierlich überwacht - etwaige Veränderungen würden sofort erkannt. Auf der gesamten Länge der Trasse werden mehrere Leck-Erkennungs- und Ortungssysteme installiert. Mit einem Sensorschlauch-System würden kleinste CO-Mengen mittels Diffusion frühzeitig entdeckt, bevor es zu einer Gefährdung kommen könnte. Zudem werden sowohl das eingespeiste CO als auch die Ausgangsmenge am Ende der Pipeline mithilfe des sogenannten Massenbilanzverfahrens ständig kontrolliert. Das Druckwellenverfahren ergänzt das Massenbilanzverfahren und dient sowohl der Computerauswertung zur Ortung der Leckstelle als auch zur Erkennung der Leckstelle durch den Druckwellenverlauf. Weitere Messeinrichtungen werden beispielsweise für die Temperatur installiert.

Wie sieht der Notfallplan aus?

Auch wenn wir Unregelmäßigkeiten beim Betrieb der CO-Pipeline nicht erwarten - wir haben umfangreiche Schutzvorkehrungen getroffen, um Anwohner im Falle einer Störung zu alarmieren und zu schützen. Tatsächlich greifen schon im Falle geringster Unregelmäßigkeiten mehrere voneinander unabhängige Sicherheitssysteme. Sollten die Überwachungseinrichtungen eine Störung melden, würde die Pipeline umgehend über mehrere Schieber abgeriegelt. Sie kann nach beiden Seiten - Richtung Dormagen und Richtung Uerdingen - entleert werden. Dort wird das Kohlenmonoxid sicher entsorgt. So wird die Pipeline druckfrei. Zeitgleich greift ein umfangreicher Alarm- und Gefahrenabwehrplan (AGAP).

Kohlenmonoxid - wie gefährlich ist das Gas?
Kohlenmonoxid (CO) ist kein ungefährliches Gas – es kann tödlich wirken, weil es die Aufnahme von Sauerstoff im Körper verhindert. Kohlenmonoxid unterliegt der Gefahrstoffverordnung. Andererseits ist CO ein Gas, mit dem wir in geringen Konzentrationen täglich leben: Es entsteht beim Verbrennen von Kraftstoff in Autos und Flugzeugen ebenso wie beim Rauchen von Zigaretten. Entscheidend ist der sichere Umgang mit CO. Bayer hat jahrzehntelange Erfahrung damit; seit Jahrzehnten wird Kohlenmonoxid an den Bayer-Standorten verwendet. Durch eine große Betriebserfahrung und eine hoch entwickelte Anlagentechnik wird ein Höchstmaß an Sicherheit gewährleistet.